Success Story · Forschung & Entwicklung
Von der Schubkarre zum Knopfdruck: DC-Racksystem für die Batterieforschung
Batterie- und Brennstoffzellensimulation im Forschungslabor
Wer an Batteriesystemen forschen will, braucht bislang vor allem Kondition: dutzende kleine Batterien durch die Flure rollen, zusammenschalten, messen - und nach jedem Versuch wieder aufladen. Der eigentliche Erkenntnisgewinn beginnt erst Stunden nach dem Laboreintritt.
Bei einem Kunden aus Forschung & Entwicklung übernehmen heute zwei Racks von Schulz-Electronic diesen Teil der Arbeit. Bidirektionale DC-Netzgeräte von Regatron bilden Batterien und Brennstoffzellen realitätsnah nach, ein eigenes Sicherheitskonzept macht den Aufbau für den Laborbetrieb mit wechselnden Nutzern tauglich, und bei Bedarf lassen sich beide Racks zu einem System mit doppelter Leistung koppeln. Hauptschalter umlegen und die Forschung startet.

Projekt-Steckbrief
| Branche | Forschung & Entwicklung |
| Anwendung | Batteriesimulation, Brennstoffzellensimulation, Speicherforschung, Wechselrichteroptimierung |
| Lösung | Zwei DC-Racks von Schulz-Electronic mit Regatron TC.GSS |
| Kernkomponente | Regatron TC.GSS.20.500.4: 0-20 kW, 0-500 V DC, bidirektional, Matrixverschaltung |
| SE-Eigenleistung | Rackaufbau, Sicherheitsschaltung, Verriegelung, Kopplung beider Racks |
| Umsetzung | 2025 |
Das Projekt im Überblick
- Zwei eigenständige DC-Racks, jederzeit einzeln oder gemeinsam im Verbund nutzbar
- Regatron TC.GSS.20.500.4 je Rack: 0-20/40 kW, 0-500/1000 V DC, bis 50/100 A
- Bidirektional: Laden und Entladen im selben Gerät, Rückspeisung ins Netz statt Verlustwärme
- Master-Slave-Kopplung beider Racks für bis zu 80 kW Systemleistung
- Softwarefunktionen für Batteriesimulation und Brennstoffzellensimulation
- Sicherheitsschaltung und Verriegelungskonzept von Schulz-Electronic
- Bedienung direkt am Rack über HMI, Fernsteuerung über CANmp
- Fahrbares Rack - im Labor dort einsetzbar, wo der Versuch stattfindet
Herausforderung - Lösung - Ergebnis
Batterieversuche mit realen Zellen kosten Zeit, bevor sie Ergebnisse liefern. Zellen müssen beschafft, verschaltet, geladen und nach jedem Zyklus regeneriert werden - und sie altern, während man mit ihnen arbeitet. Für ein Forschungslabor heißt das: schwer reproduzierbare Randbedingungen, hoher Handlingaufwand und ein Aufbau, der sich nicht ohne Weiteres von einem Versuch auf den nächsten übertragen lässt.
Gesucht war deshalb eine Quelle, die sich wie eine Batterie verhält, aber wie ein Laborgerät bedienbar ist: frei einstellbar, reproduzierbar, sicher im Zugriff durch wechselnde Nutzergruppen und flexibel genug für unterschiedliche Forschungsthemen von der Batterie bis zur Brennstoffzelle.
Herzstück sind bidirektionale DC-Netzgeräte der Serie Regatron TC.GSS mit 20 kW und 0-500 V DC. Sie speisen und senken Energie im selben Gerät, wechseln innerhalb von Millisekunden zwischen Quelle und Last und speisen die aufgenommene Energie ins Netz zurück, anstatt sie in Wärme umzusetzen. Über die Softwarefunktionen lassen sich das Verhalten einer Batterie und die Kennlinie einer Brennstoffzelle nachbilden - inklusive Innenwiderstand und Lastwechseln, die eine reale Zelle nur einmal mitmacht.
Schulz-Electronic hat die Geräte in zwei Racks integriert und um das ergänzt, was ein Forschungslabor darüber hinaus braucht: eine applikationsspezifische Sicherheitsschaltung, ein Verriegelungskonzept für den Zugriff und die Möglichkeit, beide unabhängigen Racks per Master-Slave zu einem leistungsstärkeren System zusammenzuschalten. Jedes Rack bleibt damit für sich arbeitsfähig - zwei Versuche parallel oder ein großer, je nach Forschungsfrage.
Der Vorlauf vor dem Versuch ist weg. Kein Verschalten von Zellpaketen, kein Nachladen zwischen den Durchläufen, kein Kabelchaos im Labor. Versuchsbedingungen sind einstellbar statt erkämpft und damit von Durchlauf zu Durchlauf reproduzierbar, die Grundvoraussetzung für belastbare Messreihen und vergleichbare Ergebnisse.
Dazu kommt: Die Rückspeisung senkt Energieverbrauch und thermische Last im Labor, das modulare Konzept wächst mit künftigen Forschungsthemen mit, und der Aufbau ist auch für wechselnde Nutzer sicher bedienbar. Einmal einschalten und die Forschung startet.
Übertragbar auf diese Anwendungen

Brennstoffzellenforschung
Nachbildung von Brennstoffzellenkennlinien für Tests an Leistungselektronik und Systemtopologien - ohne echten Stack im Aufbau.

Stationäre Energiespeicher
Zyklentests, Alterungsuntersuchungen durch Elektroimpedanzspektroskopie und Netzsimulation für Speichersysteme - mit Rückspeisung als Effizienzhebel im Dauerbetrieb.

Elektrisches Fliegen
HV-Bordnetze in der Luftfahrt stellen andere Anforderungen an Dynamik und Sicherheit. Bidirektionale DC-Systeme bilden Speicher und Lastprofile nach, bevor Hardware fliegt.

Forschung & Lehre
Labore, die reproduzierbare Versuchsbedingungen brauchen und den Prüfplatz über Jahre für wechselnde Forschungsthemen nutzen wollen.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
| Netzgerät | Regatron TC.GSS.20.500.4 |
| Leistung je Einheit | 0-20 kW |
| Ausgangsspannung | 0-500 V DC |
| Ausgangsstrom | bis 50 A |
| Betriebsart | bidirektional, Quelle und Senke, Netzrückspeisung mit PFC |
| Simulationsfunktionen | Batteriesimulation, Brennstoffzellensimulation, Innenwiderstandssimulation |
| Systemerweiterung | Master-Slave-Kopplung der beiden Racks |
| Bedienung | HMI am Gerät, CANmp |
| Sicherheit | Sicherheitsschaltung und Verriegelung von Schulz-Electronic |
| Aufbau | fahrbares Rack, Aufbau, Integration und Inbetriebnahme durch Schulz-Electronic |
Hilfreiche Downloads zu diesem Projekt
Häufige Fragen zur Batteriesimulation
Er ist frei einstellbar und altert nicht. Spannungslage, Innenwiderstand und Lastprofil bleiben über Wochen identisch - reale Zellen verändern sich mit jedem Zyklus und machen Messreihen schwer vergleichbar.
Sie bildet die Kennlinie eines Stacks elektrisch nach. So lassen sich Leistungselektronik, Regelung und Systemverhalten testen, bevor ein echter Stack im Aufbau steht. Schneller, sicherer und ohne Medienversorgung.
Laden und Entladen laufen mit einem Gerät statt mit Quelle plus Last, und die entnommene Energie geht ins Netz zurück statt in Abwärme. Das senkt Betriebskosten und Kühlbedarf, besonders bei langen Zyklentests.
Ja. Die Racks arbeiten einzeln, können aber per Master-Slave zusammengeschaltet werden. Weitere Einheiten sind ergänzbar - parallel für mehr Strom, in Serie für mehr Spannung.
Rückspeisung statt Heizung.
Klassische Elektroniklasten verwandeln die entnommene Energie in Wärme. Die Klimatisierung des Labors zahlt mit. Ein bidirektionales System speist sie ins Netz zurück. Bei Dauertests, die über Stunden oder Tage laufen, ist das der Unterschied zwischen einem Prüfplatz, der Energie verbrennt, und einem, der sie weitergibt.
Ja. Wir kombinieren Geräte herstellerübergreifend im Rack, entwickeln das Sicherheits- und Bedienkonzept dazu und übernehmen Service und Reparatur in Deutschland.
Ähnlichen Prüfplatz geplant?
Ob Batteriesimulation, Brennstoffzelle oder Speichertest: Sagen Sie uns, was geprüft werden soll. Wir legen Leistung, Topologie und Sicherheitskonzept mit Ihnen fest und bauen das Rack dazu.
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