Success Story · Forschung & Entwicklung
42 kW auf 3 HE: Hochleistungs-Rack für Power Hardware-in-the-Loop-Tests
Prüfumgebung für die nächste Generation netzbildender Wechselrichter
Die Energiewende verlangt Wechselrichter, die mehr können als Energie umwandeln: Sie sollen das Netz aktiv stabilisieren, statt sich nur an es anzuhängen. Netzbildende - grid-forming - Systeme geben Spannung und Frequenz selbst vor. Bevor so ein Gerät ans reale Netz darf, muss es beweisen, dass es sich auch bei Netzfehlern, Lastsprüngen und Frequenzeinbrüchen richtig verhält.
Genau das leistet Power Hardware-in-the-Loop: Das Netz existiert als Echtzeitmodell, der Wechselrichter aber real - und dazwischen braucht es eine DC-Seite, die den Modellwerten in Millisekunden folgt. Für einen Kunden aus Forschung & Entwicklung hat Schulz-Electronic diese Hardwarebasis gebaut: ein Hochleistungs-Rack, das seine RCP-/PHiL-Umgebung unter realistischen Bedingungen betreibt.

- 42 kW
Leistung je Gerät
- 3 HE
Bauhöhe
- 1200 V
max. Ausgangsspannung
- 2
unabhängige Kanäle
Projekt-Steckbrief
| Anwendung | Power-Hardware-in-the-Loop, Rapid Control Prototyping, Wechselrichterentwicklung |
| Lösung | Maßgeschneidertes Hochleistungs-Rack von Schulz-Electronic |
| Kernkomponente | ITECH IT6642C-1200-140: bidirektionale DC-Quelle, 42 kW, 1200 V, 3 HE |
| Unsere Eigenleistung | Konstruktion, Fertigung, komplette Verkabelung, schlüsselfertige Übergabe |
| Integration vor Ort | durch den Kunden selbst, ohne Schulz-Techniker vor Ort: Prüfling einschieben, anschließen, testen |
| Umsetzung | 2026 |
Herausforderung - Lösung - Ergebnis
Eine PHiL-Umgebung ist nur so gut wie ihre Leistungsseite. Das Echtzeitmodell rechnet Netzsituationen im Mikrosekundenbereich. Wenn die DC-Quelle dahinter träge reagiert, misst man am Ende das Verhalten der Quelle statt das des Prüflings. Gefragt war deshalb eine Hardwarebasis mit hoher Dynamik, ausreichend Spannungsreserve für 800-V-Klasse-Anwendungen und genug Leistung für realistische Lastwechsel.
Dazu kam der Platz: Ein Prüffeld hat selten Reserven für einen zweiten Schrank. Und die Zeit, zwischen Bestellung und dem ersten belastbaren Testlauf, sollte möglichst wenig Eigenleistung des Kunden liegen.
Schulz-Electronic hat ein Hochleistungs-Rack um bidirektionale DC-Quellen der Serie ITECH IT6600C konstruiert. Das eingesetzte Gerät liefert 42 kW auf nur 3 HE und arbeitet mit zwei unabhängigen Kanälen zu je 21 kW, die sich in Serie auf 1200 V oder parallel auf den vollen Strom schalten lassen. Quelle und Last stecken im selben Gerät: Der Übergang zwischen Speisen und Senken erfolgt nahtlos, aufgenommene Energie geht ins Netz zurück statt in Abwärme.
Konstruktion, Fertigung und die komplette Verkabelung lagen bei uns. Wir haben das Rack so ausgelegt, dass die finale Integration vor Ort ohne uns funktioniert: Der Kunde schiebt seinen Wechselrichter ein, schließt an, fertig. Kein Nacharbeiten an der Verkabelung, kein Abstimmungsaufwand zwischen mehreren Gewerken.
Schulz-Electronic hat ein schlüsselfertiges System übergeben, das die Entwicklung der nächsten Wechselrichtergeneration beschleunigt. Die hohe Leistungsdichte hält das Prüffeld kompakt, die Dynamik der DC-Seite macht die Messergebnisse aussagekräftig, und die Rückspeisung senkt Energie- und Kühlkosten im Dauerbetrieb.
Wichtiger noch: Der Prüfstand ist nicht auf ein Projekt zugeschnitten. Dieselbe Kombination aus Leistungshardware und flexibler PHiL-Umgebung trägt auch die nächsten Fragestellungen - von Schnellladetechnik bis Batteriespeicher.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
| Gerät | ITECH IT6642C-1200-140 (Serie IT6600C) |
| Leistung | 42 kW, je Kanal 21 kW |
| Ausgangsspannung | bis 1200 V DC (Kanäle in Serie) |
| Ausgangsstrom | bis 140 A (Kanäle parallel) |
| Bauhöhe | 3 HE |
| Betriebsart | bidirektional: Quelle und Last in einem Gerät, Rückspeisung ins Netz |
| Technologie | SiC-basierte Leistungsstufe der dritten Generation |
| Kanalkonzept | zwei unabhängige Kanäle, in Serie oder parallel schaltbar |
| Bedienung | Touchdisplay mit grafischer Oberfläche |
| Schnittstellen | USB, LAN, CAN, digital I/O; optional GPIB, EtherCAT, Analog, RS232 |
| Unser Leistungsumfang | Konstruktion, Fertigung, Verkabelung, schlüsselfertige Übergabe |
Hilfreiche Downloads zu diesem Projekt

Warum ein Rack von Schulz-Electronic?
Ein Rack ist mehr als ein Schrank mit Geräten
Herstellerübergreifende Geräteauswahl für PHiL-Dynamik
Konstruktion und Fertigung im Haus
Komplette Verkabelung, schlüsselfertig
Service und Reparatur in Deutschland
Wer Leistungselektronik prüft, kauft selten nur ein Netzgerät. Er braucht eine Umgebung, in der Leistung, Sicherheit, Verkabelung und Bedienung zusammenpassen, ausgelegt auf den konkreten Prüfling. Genau da setzen wir an: Wir wählen die Geräte herstellerübergreifend aus, konstruieren das Rack dazu, fertigen und verkabeln im eigenen Haus und übergeben ein System, das anschlussfertig ist.
In diesem Projekt hieß das konkret: 42 kW bidirektionale Leistung auf 3 HE, komplett verkabelt. Der Kunde schiebt seinen Wechselrichter ein, schließt an und startet den Test.
Häufige Fragen zu PHiL-Tests
Geräteauswahl herstellerübergreifend, Konstruktion, Fertigung, komplette Verkabelung und Sicherheitskonzept bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Service und Reparatur laufen anschließend über unser Haus in Baden-Baden, Deutschland.
Ein Teil des Systems existiert als Echtzeitmodell, ein anderer real. Beim Wechselrichtertest ist das Netz das Modell und der Wechselrichter die reale Hardware. Über eine leistungsstarke, schnell geregelte Quelle greifen beide Welten ineinander. So lassen sich Netzsituationen prüfen, die man am realen Netz nie herstellen dürfte.
Netzfolgende Wechselrichter synchronisieren sich auf ein bestehendes Netz. Netzbildende - grid-forming - Geräte geben Spannung und Frequenz selbst vor und können ein Netz stützen oder aufbauen. Mit wachsendem Anteil erneuerbarer Erzeugung wird diese Fähigkeit zur Voraussetzung für Netzstabilität.
Speisen und Senken laufen mit einem Gerät statt mit Quelle plus separater Last, und der Übergang zwischen beiden Richtungen erfolgt ohne Umschalten. Die aufgenommene Energie geht ins Netz zurück statt in Abwärme, bei Dauerläufen der größte Kostenhebel im Prüffeld.
Im Prüffeld ja. Hohe Leistungsdichte spart Schrankfläche, verkürzt Leitungswege und lässt Platz für den eigentlichen Prüfaufbau. Ein Gerät deckt dabei den Bereich mehrerer klassischer Netzgeräte ab.
Relevant weit über ein Projekt hinaus
Die Anforderungen sind in allen vier Feldern dieselben: hohe Spannung, schnelle Regelung, Energiefluss in beide Richtungen. Deshalb trägt derselbe Aufbau Themen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben.

Wechselrichter-Entwicklung
Regelverhalten bei Frequenz- und Spannungssprüngen prüfen, lange bevor ein Gerät ans reale Netz darf. Bis 1200 V deckt der Aufbau typische String- und Speicherspannungslagen ab.

Batteriespeichersysteme
Zyklenläufe, Wirkungsgradmessung und Netzdienstleistungen über Stunden statt Sekunden. Die Rückspeisung schickt die entnommene Energie ins Netz zurück statt in die Klimatisierung.

Prüflabore und Netzbetreiber
Dasselbe Szenario beim zehnten Durchlauf unter denselben Randbedingungen wie beim ersten – unabhängig von der Netzqualität am Standort. Das macht Messreihen vergleichbar.

Forschung & Lehre
Zwei unabhängige Kanäle erlauben zwei Versuche parallel oder einen großen in Serien- bzw. Parallelschaltung. Ein Prüfplatz, der die nächste Forschungsfrage genauso trägt wie die aktuelle.
Wie sähe das perfekte Rack für Ihre Anwendung aus?
Sagen Sie uns, was geprüft werden soll - Prüfling, Leistung, Spannungslage, Dynamik. Wir legen Geräte, Aufbau und Sicherheitskonzept aus und bauen das Rack dazu.
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